Dürfen Christen sich Scheiden lassen? Teil 3

Viele Christen legen die Bibelstelle aus Matthäus 19, 4-9 für sich so aus, dass Gott ihnen erlaubt sich von ihrem Partner/Partnerin scheiden zu lassen:

Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie am Anfang als Mann und Frau erschuf und sprach: »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen; und die zwei werden ein Fleisch sein«?

So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!

Da sprachen sie zu ihm: Warum hat denn Mose befohlen, ihr einen Scheidebrief zu geben und sie so zu entlassen?

Er sprach zu ihnen: Mose hat euch wegen der Härtigkeit eures Herzens erlaubt, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen.

Ich sage euch aber: Wer seine Frau entlässt, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, der bricht die Ehe; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe. „

Dieser Ansicht war ich auch über längere Zeit. Nach meinem heutigen geistlichen Verständnis bin ich davon überzeugt, dass 2 Christen sich nicht scheiden lassen dürfen, es sei denn Ehebruch liegt vor.

 

Wie komme ich zu dieser Aussage?

1. Ich habe gelernt das Wort der Bibel wörtlich zu nehmen

2. In Maleachi 2,16 steht: „ Denn ich hasse die Ehescheidung, spricht der Herr, der Gott Israels, und dass man sein Gewand mit Frevel bedeckt, spricht der Herr der Heerscharen; darum hütet euch in eurem Geist und werdet nicht untreu!“

 

Was bedeutet dies für die Praxis?

Was bedeutet dies nun für die Praxis, wenn man sich als Ehepaar nur noch verbal, vielleicht auch körperlich verletzt … ?

Wenn Ehemann und Ehefrau den Herrn von ganzem Herzen lieb haben und wissen, wie sehr sie den Herrn durch ungehorsam verletzen (verbaler, körperlicher Missbrauch etc. sind Sünde und damit ein Greul für den Herrn), dann sollte auch in ihnen der tiefe Wunsch sein, nach positiver Veränderung in einem Selbst sowie in der Ehe. Das geht mit Selbstreflexion, Erkenntnis über sein eigenes Denken und Verhalten und welche Auslöser einen zu bestimmten Fehlverhalten führen. Buße, Vergebung und Versöhnung gehen damit einher. Es erfolgt Befreiung und innere Heilung. Hier benötigen Ehepaare in der Regel professionelle Hilfe.

Bei einigen Paaren geht’s vielleicht schneller vorwärts als bei anderen. Jede Lebensgeschichte und auch jede Vorfahrensschuld ist eine andere. Vielleicht gilt auch noch ein alter Bund , der bisher noch nicht bewusst wahrgenommen wurde.

Sobald sich ein Ehepartner für die Ehe ausspricht, stellt sich Jesus dazu. Er kämpft mit an ihrer Seite!

Dies kann manchmal recht lange dauern. Es bedarf Ausdauer und Glauben. Sicherlich kein leichter Weg, aber wir wissen ja aus Matthäus 7, 14:“Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind es, die ihn finden.“

Die meisten nehmen den breiten Weg (Scheidung, Ehebruch) nur wenige den schmalen Weg (arbeiten an sich und an der Ehe).

Gerne können Sie mit mir einen Termin vereinbaren!

Herzlichst Ihre

Regina Beigel